«Der Lauberhorn-Überflug ist ein absolutes Privileg»


SWISS Pilot Christian Vogt über das Fliegen und Abheben



Die Aviatik packte Christian Vogt, als er erst elf Jahre alt war. Pilot wurde er im Militär, geblieben ist er es in der Zivilluftfahrt. Mittlerweile blickt er auf viele abwechslungsreiche Jahre zurück. Ein ganz besonderes Highlight steht ihm jedoch noch bevor.

 

Vogt ist der Pilot, welcher im Cockpit des SWISS Airbus A321 Platz nehmen wird, um mit der Maschine über das Gelände der Lauberhornrennen zu fliegen. Für ihn bedeutet der Showflug eine riesige Ehre: «Der Überflug ist ein absolutes Privileg und eine grosse Wertschätzung, die mir entgegengebracht wird.»

 

Gemeinsam mit der Patrouille Suisse zu einem der bedeutendsten Wintersportanlässe der Schweiz über eine solche Kulisse zu fliegen, sei etwas Besonderes. Dafür bereitet sich Vogt besonders sorgfältig auf den Flug vor. Die Vorbereitung erfordert etliche Stunden im Simulator und benötigt exakte Flugwegberechnungen. Der komplette Januar sei bis zum Event dem Training für den Überflug gewidmet, erklärt Vogt.

 

Planung und Koordination ist bei jedem Flug elementar. Vor allem Start und Landung erfordern vollste Konzentration – ähnlich wie am Hundschopf, dem legendären Sprung auf der Lauberhornabfahrt. Vogt kennt das Fokussieren aus seinem Job: «Beim Starten des Flugzeugs auf der Runway muss man als Kapitän innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde entscheiden, ob man abheben kann oder nicht.» Ähnlich den Skiprofis, die durch die vorgelagerte Kurve des Hundschopfs donnern. Viel Zeit zum Überlegen bleibt nicht, daher ist eine akribische Vorbereitung essentiell.





Berechnetes Abheben


Damit ein Flugzeug abheben kann, muss der Kapitän in der Vorbereitung nebst vielen anderen Parametern das Wetter, das Flugzeuggewicht und die Länge der Startpiste berücksichtigen. Zwischen 220 und 300 Stundenkilometer hat ein Flugzeug auf dem Tacho, wenn es in die Lüfte steigt. Ein Skifahrer ist nicht ganz so schnell.

 

Knifflige Herausforderungen machen auch den Hundschopf einzigartig: Wenig Sicht, ein kleines Absprungfenster, technisch anspruchsvoll. Trotzdem lieben ihn die Skirennfahrer. Und auch Vogt mag den Reiz des Schwierigen: «Für einen Start mit dem Airbus ist beispielsweise London Heathrow super anspruchsvoll. Viel Verkehr, komplexer Luftraum und permanente Anweisungen der Flugsicherung.» Auch in der Luft trage der Pilot viel Verantwortung: Für Crew, Passagiere und auch für das Flugzeug selbst. Letztendlich müsse das ganze Team reibungslos zusammenarbeiten. Eigentlich gleich wie die Ski-Superstars, bei denen die Crew aus Trainer oder Serviceteam besteht.